Check deine Heizung

Einfach Kosten sparen und Umwelt schützen.

Die meisten Heizungsanlagen laufen nicht so sparsam, wie sie technisch könnten. Die vom Hersteller vorgegebenen Standardeinstellungen werden in der Regel vom Installateur übernommenen und auch bei Wartungsarbeiten nicht verändert. Oft passen sie weder zum Haus noch zu den Nutzern.  

Das Ziel „Optimieren ohne Frieren“ können Sie selbst umsetzen. Dazu brauchen Sie nur ein bisschen Geduld und Zeit. Der Einspareffekt ist umso höher, je schlechter die Einstellung vorher war und je mehr Wärme im Haus gebraucht wird. Die hier vorgestellten Optimierungsmaßnahmen setzen am Wärmeerzeuger an, denn hier liegt die größte Wirkung. Regelt man erst am Ende der Kette – am Heizkörper- oder Raumthermostat – wurde bereits Energie verschwendet. 

Neben der Optimierung der Heizkurve gibt es weitere sinnvolle Stellschrauben. Infos dazu finden Sie hier.

Kurzanleitung

  1. Einen kalten Zeitraum wählen (um die 5°C)
  2. Bedienungsanleitung raussuchen und Heizkurve/Heizkennlinie finden
  3. Parallelverschiebung auf Null, alle Heizkörper voll aufdrehen
  4. Einige Zeit warten, Raumtemperaturen checken
  5. Heizkennlinie anpassen

Die Optimierung der Heizkurve/Heizkennlinie ist eine besonders wirksame Maßnahme zur Energieeinsparung.

Schritt 1: Einen kalten Zeitraum wählen (um die 5 °C)

An kalten Tagen sind Temperaturunterschiede eher spürbar und messbar. Daher sollten Sie das Experiment in den Wintermonaten durchführen. Wählen Sie einen Zeitraum, in dem voraussichtlich mehrere Tage um die 5 °C oder kälter sind (tagsüber).

Schritt 2: Bedienungsanleitung raussuchen und Heizkurve/Heizkennlinie finden

Wenn die Papierversion nicht mehr vorhanden ist oder nicht ausreicht, findet man die passende Anleitung im Internet (als PDF-Datei oder oftmals auch als Video). Geben Sie den Hersteller und das Modell in die Suchmaschine ein. Dies steht auf dem Heizkessel oder auf dem Typenschild. 

Manche Hersteller machen es uns schwer und „verstecken“ die Heizkurve/Heizkennlinie in der Anleitung für Fachleute oder hinter einem Code. Bei älteren Heizungsmodellen ohne Display sind die entsprechenden Drehregler sofort sichtbar.

Die Heizkurve/Heizkennlinie bestimmt, auf welche Temperatur das Wasser aufgeheizt wird und zu den Heizflächen fließt. Je kühler das Wasser ist, desto mehr Energie wird gespart.

Schritt 3: Parallelverschiebung auf Null, alle Heizkörper voll aufdrehen

Die Heizkurve kann in ihrer Neigung verstellt sowie parallel verschoben werden. Für das Experiment sollte die Parallelverschiebung auf Null gestellt und nur die Neigung verändert werden. Die Bezeichnungen der Heizkurven (z. B. 1.2, 1.0 etc.) beziehen sich auf die verschiedenen Neigungen (siehe Diagramm).

Alle Heizkörper voll aufdrehen. Nur dann kann die gesamte Wärmemenge, die der Heizkessel herstellt, in den Räumen abgegeben werden.

Schritt 4: Einige Zeit warten, Raumtemperaturen checken

Je nach Bauweise braucht ein Gebäude einige Zeit, damit Temperaturveränderungen spürbar werden. Stellen Sie Thermometer auf und/oder entscheiden Sie nach Ihrem individuellen Gefühl: Wird es in allen oder den meisten Räumen wärmer als meine Wunschtemperatur?

Schritt 5: Heizkennlinie anpassen

Dokumentieren Sie die Einstellwerte vorher und nachher (am besten durch Fotos). So können Sie (notfalls) jederzeit zu den Grundeinstellungen zurück gehen. 

Wird es in allen oder den meisten Räumen zu warm: Flachere Heizkurve wählen und 1-2 Tage ausprobieren (bei voll aufgedrehten Heizkörpern) und Vorgang ggf. wiederholen. Wählen Sie die Heizkurve, die die Räume mit einer möglichst geringen Vorlauftemperatur ausreichend erwärmt. 

Wenn es in einigen Räumen warm genug wird, in anderen nicht, so liegt es an zu geringen Heizkörper-Leistungen in den kühleren Räumen. Das können Sie durch Austausch der Heizkörper gegen passende ändern.

Ausschlaggebend ist immer das „schwächste Glied“ in der Heizkörper-Kette. Dies sind meist Räume mit hohem Wärmebedarf (z. B. mit großen Außenflächen) und/oder zu kleinen Heizkörpern.

Fußbodenheizungen kommen wegen ihrer großen Fläche immer mit niedrigen Vorlauftemperaturen von max. 35-40 °C aus (Heizkurve 0.5 im Diagramm).

Übrigens, in Bonn liegt die Norm-Außentemperatur (= statistisch niedrigste Temperatur) je nach Stadtteil bei etwa -8,5 °C. Wird ein Gebäude mit Heizkörpern an diesen kalten Tagen mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 55 °C ausreichend warm - hier mit Heizkurve 1.0 - ist es bereits Wärmepumpen-tauglich.

Tipps & Wichtige Hinweise

Ein Heizkörper passt zum Raum, wenn er ihn mit niedrigen Vorlauftemperaturen (max. 50-55 °C) auf Ihre Wunschtemperatur erwärmt.

Kein Raum sollte unter 16 Grad auskühlen: Schimmelgefahr!

Fußbodenheizungen reagieren sehr träge. Darauf müssen die Absenkzeiten abgestimmt werden. Bei gut gedämmten Gebäuden ist der Einspareffekt geringer, da sie ohnehin nur langsam auskühlen.

Die raumweise Heizlastberechnung ist der erste Berechnungsschritt für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B. Dieser ist Voraussetzung für die staatliche Förderung zur Heizungsoptimierung oder zum Heizungsaustausch.

Weitere wichtige Stellschrauben: Heizzeiten einstellen und Warmwasser-Bereitung regeln 

Einsparungen von 20 Prozent durch Optimierung der Einstellwerte habe ich selbst schon erlebt. In der Regel sind es 5 bis 10 Prozent - und Kosten gibt es keine.

Volker Butzbach, BEA-Energieberater

Heizkurve und Vorlauftemperatur einstellen

SHK-Info

Heizkurve und Heizung optimieren

LEA Hessen

DIY Auslitern

Verbraucherzentrale

Nachtabsenkung

Verbraucherzentrale

10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen

Verbraucherzentrale