Leitungen dämmen

Und Sie haben die Wärme da, wo Sie sie brauchen.

Ungedämmte Rohrleitungen im Keller geben dort viel Wärme ab, anstatt sie in den Wohnraum zu bringen. Durch das Dämmen Ihrer Heizungsrohre im Keller können Sie pro Meter Rohr rund 20 Euro im Jahr sparen. Die Dämmung der Rohre ist schnell gemacht und das Geld dafür holen Sie sich durch die hohen Einsparungen bereits in den ersten beiden Jahren zurück. Wichtig: unbedingt auch die Biegungen und Übergänge mit dämmen!

  1. Bestandsaufnahme der Rohrleitungen und Armaturen
  2. Materialkauf und Zusammenstellung des benötigten Werkzeugs
  3. Zuschneiden und anbringen der Dämmschalen
  4. Kurven und Biegungen verkleiden
  5. Schnitt- und Übergangsstellen gut verkleben
  6. Dämmung von Ventilen und Armaturen

Rechnet sich: Rohrleitungen dämmen 

Vorbereitung: 

Sie benötigen die gewünschten Dämmmaterialien (mehr dazu in Schritt 1 und 2), ein Isolierband zum Verbinden der einzelnen Teilstücke, ein scharfes Messer mit gerader Klinge sowie Zollstock, Stift und Lineal

Schritt 1: Bestandsaufnahme der Rohrleitungen und Armaturen

Wie viele Meter Rohr müssen gedämmt werden? Welche Armaturen sind vorhanden? Welchen Durchmesser haben meine Heizungsrohre? Diese Fragen sollten Sie beantworten, bevor es losgeht. Zudem sollten Sie herausfinden, wie viel Platz zwischen den verschiedenen Rohren für die Isolierung bleibt. Sonst erleben Sie beim Anbringen der Dämmschläuche eine böse Überraschung.

Schritt 2: Materialkauf und Zusammenstellung des benötigten Werkzeugs

Die drei gängigsten Materialien zur Rohrdämmung sind Polyethylen (PE), (Kunst-)Kautschuk und Mineralwolle. 
PE eignet sich bei gebogenen Teilstücken, Mineralwolle hat eine bessere Brandschutzklasse und ist besonders für heiße Solarleitungen empfehlenswert.
Das Dämmmaterial hat verschiedene Standards, zum Beispiel „GEG 100 Prozent“, das ist der aktuelle Mindeststandard. Er bezieht sich auf die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen nach dem GEG / Gebäudeenergiegesetz. 100 Prozent bezieht sich auf den Rohrdurchmesser. Ist der Rohrdurchmesser zum Beispiel 20 mm, sollte die Dämmung ebenfalls mindestens 20 mm stark sein, auf jeder Seite. Insgesamt kommt man dann auf einen Durchmesser von 60 mm: 20 mm Dämmung + 20 mm Rohr + 20 mm Dämmung. Wenn mehr möglich ist: besser mehr.
Wenn die Rohre eng verlegt sind, ist vielleicht nicht genug Platz. Dann kann man auch niedrigere Dämmstärken nehmen, die Dämmung seitlich passend schneiden oder mehrere Rohre gemeinsam mit einer Dämmmatte umwickeln. Besser etwas weniger als gar nichts.

Schritt 3: Zuschneiden und anbringen der Dämmschalen

Jetzt können Sie beginnen, die Rohrschalen zuzuschneiden und über die Rohre zu stülpen. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Stücke bündig verlegt werden. Es dürfen keine Lücken entstehen. Die meisten Dämmschläuche sind bereits aufgeschlitzt und verfügen über eine selbstklebende Naht, so dass Sie die Dämmschalen nach dem Abziehen der Schutzfolie einfach zudrücken können. Im Winter ist es nötig, die Heizungsanlage zunächst auszuschalten und die Rohre abkühlen zu lassen. Erst dann können Sie mit der Dämmung beginnen.

Schritt 4: Kurven und Biegungen verkleiden

Bei flexiblen Dämmschläuchen aus Kautschuk können Sie die Schläuche einfach über vorhandene Biegungen stülpen. Bei starrem Material wie Polyethylen oder Mineralwolle müssen Sie Einkerbungen vornehmen. Für enge Kurven mit einem Radius von unter 2 Zentimetern oder rechtwinkligen Eckverbindungen schrägen Sie einfach zwei Dämmstücke im 45-Grad-Winkel an. Fügen Sie dann die beiden abgeschrägten Enden an der Ecke zusammen. Für Biegungen mit einem Radius von 2 bis 5 Zentimetern benötigen Sie zwei Kerbschnitte im Winkel von 45 Grad (siehe Foto links oben), für Radien größer als 5 Zentimeter benötigen Sie drei Einschnitte im 30-Grad-Winkel. 

Schritt 5: Schnitt- und Übergangsstellen gut verkleben

Nun müssen Sie alle Schnittstellen und Übergänge gut mit Isolierband verkleben. Neben speziellen Produkten für Rohrisolierungen eignet sich auch herkömmliches Gewebeband. So kann die Wärme nicht durch die Ritzen entweichen. Liegt die Dämmung nicht eng an den Heizungsrohren an, wird der Zwischenraum mit Luft durchströmt, der Wärme abtransportiert. Stellen Sie deshalb vor dem Zusammenkleben nochmals sicher, dass die verschiedenen Teilstücke eng aneinandergeschoben sind und dicht am Rohr anliegen.

Schritt 6: Dämmung von Ventilen und Armaturen

Die Dämmung der Heizungsrohre ist nur dann effektiv, wenn sie lückenlos erfolgt. Deshalb ist es wichtig, auch vorhandene Armaturen und Ventile zu verkleiden. Mit speziellen Dämmschalen für Heizungspumpen (siehe Bild links) und Ventilen geht dies besonders einfach und effizient. Diese können Sie zum Beispiel im Internet bestellen. Wichtig ist, dass Sie die genaue Produktbeschreibung Ihrer Armaturen kennen. Nur so können Sie sicher sein, das richtige Material zu kaufen. Fragen Sie Ihre handwerkliche Fachkraft, wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Bezeichnungen herauszufinden.

Tipps & Wichtige Hinweise

Kaltwasserleitung dämmen
Stellenweise ist es auch sinnvoll, die Kaltwasserleitung zu dämmen: nämlich das Stück Rohr, was zum Warmwasserspeicher führt. Der Grund: Wird über längeren Zeitraum kein warmes Wasser verbraucht, wird auch die Kaltwasserleitung durch die Wärme aus dem Speicher nach und nach richtig heiß. Deshalb auch den ersten halben Meter der Kaltwasserleitung dämmen, der direkt mit dem Speicher verbunden ist. 

Info für Mieterinnen und Mieter
Sie können bei Ihren Vermieterinnen oder Vermietern nachfragen, ob die Rohrleitungsdämmung schon durchgeführt wurde. 

Nachrüstpflicht
Der Gesetzgeber hat das große Potenzial dieser Maßnahme erkannt und die Nachrüstpflicht zur Rohrleitungsdämmung im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgeschrieben. Die Nachrüstpflicht gilt für alle Eigentümer*innen von Ein-, Zwei-, und Mehrfamilienhäusern – unabhängig davon, ob sie ihr Eigentum bewohnen oder nicht. Alle wärmeführenden Leitungen in unbeheizten Räumen und in Kellerräumen müssen nun mit einer 100 Prozent Dämmung ausgestattet werden, die Dämmschicht muss also genauso dick sein wie der Rohrdurchmesser.

Wer das nicht selber machen kann oder will, kann hierfür natürlich auch einen SHK-Installations-Betrieb beauftragen. 

Heizungsrohre dämmen
(Video)

LEA Hessen

Heizungsrohre isolieren:
So geht's

co2online

Rohrisolierung: Kosten, Ersparnis und Material

co2online

So dämmst du deine Heizungsrohre

LEA Hessen

So dämmst du deine Heizungsrohre
(PDF/Download)

LEA Hessen

Infos zur BAFA Förderung

BAFA