Dachboden dämmen

Und die Wärme bleibt da wo sie hingehört.

Wärme steigt nach oben – und kann über ungedämmte Bauteile leicht entweichen. Die Folge sind hohe Energieverluste. Die Dämmung der obersten Geschossdecke – also des Dachbodens - ist deshalb eine sehr effiziente Form, Wärmeverluste zu reduzieren. Ist Ihr Dachgeschoss weder ausbaufähig noch planen Sie zukünftig einen Dachausbau? Dann haben Sie bei nicht genutzten Dachböden mit der Dämmung der obersten Geschossdecke eine einfache und preiswerte Möglichkeit, Ihre Wohnsituation zu verbessern, zu sparen und noch etwas für den Klimaschutz zu tun. Über die oberste Geschossdecke geht so weniger Energie verloren. Eine Dämmung mit guter Wärmespeicherkapazität kann man außerdem das sommerliche Aufheizen der Wohnräume unter dem Dachboden spürbar reduzieren.

Kurzanleitung

Untersuchung des Bestandes: Handelt es sich um eine Holzbalkendecke oder um eine Betondecke? Bei einer Holzbalkendecke sollten Sie ein Fachunternehmen einbinden. Bei einer Betondecke können Sie die Dämmung selbst ausführen. 

  1. Untersuchung des Bestandes
  2. Auswahl des Dämmstoffs
  3. Aufmaß und Einkauf
  4. Vorbereitung des Untergrundes
  5. Einbringen der Dämmung
  6. Verlegung des Gehbelags
  7. Bodenluke erneuern oder sanieren
Schritt 1: Untersuchung des Bestandes: 
  1. Handelt es sich um eine Holzbalkendecke? Dann sollten Sie die Dämmung einem Fachunternehmen überlassen! Wenn die Decke dagegen aus einer luftdichten und trockenen Stahlbetondecke besteht, können Sie die Dämmung selbst direkt auf dem Dachboden verlegen. Die Stahlbetondecke ist luftdicht, wenn sie frei von Rissen und Durchdringungen ist
  2. Der Dachraum muss mit Außenluft belüftet sein. Das ist dann der Fall,
  • wenn keine Unterspannbahn oder Unterdeckplatte unter der Dachdeckung liegt, so dass Luft durch die Fugen dringen kann, oder
  • wenn Lüftungsöffnungen in der Unterspannbahn/Unterdeckplatte an Traufe und/oder First vorhanden sind, oder
  • wenn Öffnungen an gegenüberliegenden Außenwänden für eine ausreichende Lüftung sorgen.

3. Der Dachraum sollte dicht gegen Regen und Flugschnee sein. Das ist er, wenn unter der Dachdeckung eine Unterspannbahn oder Unterdeckplatte liegt. Fehlt diese Zusatzmaßnahme, sollte ein Dämmstoff/Gehbelag gewählt werden, der mit gelegentlicher Feuchte umgehen kann (mehr dazu im zugehörigem PDF). 

Schritt 2: Auswahl des Dämmstoffs

Wird der Dachraum begangen? Eine begehbare Fläche muss ausreichend druckfest sein. Für gelegentliches Betreten, beispielsweise Wartungsarbeiten, reicht es aus, einzelne begehbare Stege auszuführen.

2a) Möglichkeiten für begehbare Flächen:

  • Druckfeste Dämmung, in der Regel Steinwolle, Holzfaserdämmplatten, Polysterol oder Polyurethan. Darauf wird eine begehbare Abdeckung verlegt.
  • Verbundelemente aus druckfester Dämmung und aufkaschiertem Plattenwerkstoff
  • Belastbare Unterkonstruktion mit weichem Dämmstoff, mehr dazu im zugehörigem PDF.

2b) Möglichkeiten für nicht begehbare Flächen:

In diesem Fall genügt es, die Fläche mit einem weichen Dämmstoff, wie Glaswolle oder flexible Dämmmatten aus Holz, Hanf oder Flachs auszulegen oder Einblasdämmstoffe und Schüttungen, beispielsweise aus Altpapier, Holzfasern oder Mineralwolle auf dem Boden gleichmäßig zu verteilen.  Die Eigenschaften der unterschiedlichen Dämmstoffe finden Sie im zugehörigem PDF.

Schritt 3: Aufmaß und Einkauf

Nachdem Sie sich für einen Dämmstoff entschieden haben, ermitteln Sie die Menge, die Sie benötigen. Dafür wird zunächst die Fläche vermessen. Bei Matten oder Platten rechnen Sie pro Lage etwa fünf bis zehn Prozent Verschnitt hinzu. Bei Zelluloseflocken aus Altpapier können Sie von etwa 0,3 kg Flocken je Quadratmeter Fläche und Zentimeter Dämmung ausgehen. Bei anderen Einblasdämmstoffe und Schüttungen können Bemessungstabellen auf den Verpackungen und auf den Datenblättern unter Berücksichtigung des Setzmaßes helfen. 

Dann ermitteln Sie, wie dick die Dämmung sein soll. Die erforderliche Dicke ist abhängig von der Wärmeleitfähigkeit bzw. Wärmeleitstufe (WLS) eines Dämmstoffes. Je niedriger diese ist, umso besser dämmt der Dämmstoff. Diese Werte finden Sie in den Datenblättern des Herstellers. Grundsätzlich kann großzügig gedämmt werden, möglichst dicke Dämmung lohnt sich auf der obersten Geschossdecke, die meist auch ausreichend Platz dafür bietet. 

Auf jeden Fall müssen die Anforderungen nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) eingehalten werden. Wenn die Dämmung zudem gefördert werden soll, müssen die strengeren Anforderungen nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erfüllt sein. Die Anforderungen werden über den U-Wert, - den Wärmedurchgangskoeffizienten – eines Bauteils ausgedrückt. Auch hier gilt: Je niedriger, desto besser. Im zugehörigen PDF finden Sie eine Tabelle mit Dämmstoffdicken, mit denen in etwa zu rechnen ist, um die Anforderungen nach GEG oder BEG einzuhalten. 

Schritt 4: Vorbereitung des Untergrundes

Räumen Sie den Dachboden leer und säubern Sie die Fläche möglichst mit einem Sauger, der weniger Staub aufwirbelt als ein Besen. Ist die Betondecke rissfrei, aber an einzelnen Stellen von Rohren, Kabeln oder anderen Durchführungen durchdrungen und dort nicht luftdicht, reicht es aus, diese Öffnungen luftdicht zu verschließen, beispielsweise mit einem passend zugeschnittenen Klebeband, dafür passenden Manschetten oder Dichtmassen / Flüssigdichtungen. Das gewählte Material muss für den mineralischen Untergrund (Beton oder Estrich) geeignet sein. 

Ausführlicheres finden Sie im zugehörigen PDF.

Schritt 5: Einbringen der Dämmung 

Grundsätzliches zu den verschiedenen Dämmmaßnahmen: 

  • Manchmal sind Überzüge in der obersten Geschossdecke eingebaut, also Stahlbetonträger, die eine darunter liegende Wand tragen und als Balken auf der Geschossdecke liegen. Diese müssen ebenfalls rundherum mit der erforderlichen Dämmstoffdicke eingehüllt werden.
  • Schornsteine/Abgasleitungen werden mit einem nicht brennbaren Dämmstoff, beispielsweise Steinwolle WLS 040, umdämmt. Mit 20 cm sind Sie im Ein- oder Zweifamilienhaus auf der sicheren Seite.
  • Um den Wärmeverlust an der Giebelwand oder an Haustrennwänden zu reduzieren, sollte dort eine Begleitdämmung angebracht werden. Dafür sollten Dämmplatten mit einer Dicke von 5 bis 10 cm an den Wandseiten etwa 50-100 cm hoch geführt und verklebt werden.
  • Die Fußpfetten, also die Holzbalken, die auf der obersten Geschossdecke direkt an der Traufe liegen und auf der die Dachsparren liegen, sollten auch mit Dämmung umhüllt werden. Dafür eignet sich ein weicher Dämmstoff. Liegen die Sparren dagegen auf einem hochbetonierten oder gemauerten Kniestock, sollten wie an der Giebelwand 5 bis 10 cm dicke Dämmplatten an diesem verklebt werden.
  • Schützen Sie sich beim Zuschneiden und Verlegen mit Handschuhen, einer Atemmaske und einer Schutzbrille.  

5a) Verlegung von Dämmplatten und Dämmmatten: 

Verlegen Sie die Matten oder Platten dicht gestoßen. Verlegen Sie sie im Verband, damit keine Kreuzfugen entstehen, indem Sie die zweite Reihe mit einer halben Platten- oder Mattenbreite beginnen. Wenn Sie die Dämmung zweilagig verlegen, dann vermeiden Sie Fugen, die durch das gesamte Dämmpaket durchgehen, indem Sie die zweite Lage quer zu der ersten Lage verlegen. Zum Zuschneiden eignen sich spezielle Dämmstoffmesser- oder sägen, Fuchsschwänze oder auch Brotmesser mit einem Wellenschliff. Dämmplatten können auch mit einer Stichsäge zugeschnitten werden. 

Schneiden Sie Sie Ausschnitte oder Öffnungen in die Dämmplatten, wenn sie an Pfosten, Durchdringungen, Mauervorsprünge oder ähnlichem angeschlossen werden müssen. Bei festen Dämmstoffen können Sie auch flexible Dämmstoffe als Passstücke oder als Stopfwolle verwenden. 

Für gelegentliche Wartungsarbeiten können Sie innerhalb weicher Dämmung begehbare Laufwege aus druckfesten Dämmplatten, wenn erforderlich mit Gehbelag, verlegen. 

5b) Verlegung von Verbundelementen mit Nut und Feder:

Verbundelemente können beispielsweise aus Polysterol- oder Polyurethan- Dämmung mit einem verklebten Plattenbelag aus Gipsfaser oder Holzwerkstoff zusammengesetzt sein. 

Um die Elemente zuzuschneiden, eignet sich eine Stichsäge. Die erste Platte müssen Sie dicht an die Wand und die Fußpfette stoßen können. Schneiden Sie, wenn erforderlich, die Nut und den überstehenden Belag weg und schieben sie das erste Element dicht in die Ecke. Dann verlegen Sie die nächsten Elemente passend mit Nut und Feder, bis kein komplettes Element mehr passt. Messen Sie das fehlende Stück aus und schneiden Sie eine Platte passend zu. Achten Sie darauf, dass Sie die Seite für den Schnitt so wählen, dass Nut und Feder von der zugeschnittenen und der letzten liegenden Platte zueinander passen. Mit dem Reststück beginnen Sie die nächste Reihe und verlegen auf diese Weise Die Verbundelemente auf dem gesamten Dachboden. Vermeiden Sie beim Verlegen Kreuzfugen. Wenn erforderlich, schneiden Sie Ausschnitte oder Öffnungen für Pfosten, Durchdringungen Mauerversprünge oder ähnliches oder stopfen Sie diese Lücken mit einem weichen Dämmstoff.

Falls es die fertigen Dämmelemente nicht in ausreichender Dicke/WLS gibt, können als erste Lage, Dämmplatten des gleichen Dämmstoffs ohne Aufkaschierung verlegt werden. Achten Sie beim Verlegen der zweiten Lage darauf, dass die Fugen versetzt sind. 

5c) Schüttung von Zellulose: 

Im zugehörigen PDFfinden Sie eine Anleitung, wie Sie die obersten Geschossdecke mit Zellulose dämmen können.

Schritt 6: Verlegung des Gehbelags

Wenn Sie möchten, dass die gesamte Fläche begehbar ist, sollte der Aufbau so gestaltet sein, dass Feuchte, die über Wasserdampf von unten aus dem Wohnbereich oder über eingedrungenen Schnee oder Regen von oben entsteht, wieder austrocknen kann. Wenn Sie nur einzelne Gehstege verlegen möchten, ist das nicht unbedingt erforderlich, die Wahl des Gehbelags darauf abzustimmen. Mehr zu den Anforderungen an den Gehbelag finden Sie im zugehörigen PDF.

Bei der Wahl des Plattenwerkstoffes sollten Sie zudem berücksichtigen, dass die Abmessungen gut durch die Bodenluke passen. 

Lassen Sie den Belag zunächst 48 Stunden auf dem Dachboden liegen, damit er sich an die Luftfeuchtigkeit anpasst. 

Wenn Sie einen Plattenwerkstoff verlegen, sollten Sie in einer Ecke beginnen und auch diese im Verband verlegen, damit keine Kreuzfugen entstehen. Verlegen Sie die Platten eng gestossen. Schneiden Sie nach dem Auslegen der ersten Reihe eine Platte zu und beginnen Sie mit diesem Stück die zweite Reihe. Aussparungen für Pfosten, Durchdringungen, Mauervorsprünge oder ähnliches können Sie ausmessen und ausschneiden. 

Schritt 7: Bodenluke erneuern oder ertüchtigen

Viele ältere Gebäude haben als Zugang zum Dachboden eine Bodenluke mit integrierter Einschubtreppe. Diese sind meist ungedämmt und undicht, wodurch viel Wärme entweichen kann. Sie können eine neue Bodenluke einbauen oder die alte mit wenigen Mitteln nachrüsten.  Im zugehörigen PDF finden Sie Anleitungen für beide Maßnahmen.

Das PDF für die gesamte Anleitung finden Sie hier.

Tipps & Wichtige Hinweise

Falls Sie die Maßnahme nicht selbst durchführen möchten, steht Ihnen ein Fachbetrieb zur Seite.

Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) besteht eine Nachrüstverpflichtung an bisher nicht gedämmte oberste Geschossdecken. Ob Ihr Gebäude unter diese Pflicht fällt, können Sie bei einer Energieberatung vor Ort erfahren. Weitere Infos zu Pflichten und Förderung können Sie dem PDF entnehmen. 

Als Mieter*in können Sie nachfragen, ob bei Ihnen im Haus diese Pflicht besteht, und ob sie bereits erfüllt wurde. 

Ein so großes Bauteil lässt sich mit vergleichsweise kleinem Aufwand und wenig Geld dämmen. Das birgt ein hohes Einsparpotential! 

Angela Trinkert, BEA-Energieberaterin

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