Heizungsnische dämmen
Die Wärme strahlt nach innen.
Im ungedämmten Altbau sind Heizkörpernischen eine Schwachstelle in der Außenwand. Die Außenwand ist hinter der Heizkörpernische schlanker und die Temperatur in der Nische höher. Beides begünstigt einen schnelleren Wärmeverlust an die Außenluft. Aber auch ohne Nische fließt die Wärme hinter dem Heizkörper gerne durch die Außenwand. Eine Dämmung lässt sich einfach und kostengünstig hinter dem Heizkörper anbringen. Ist sie zudem mit Reflexionsfolie kaschiert, reflektiert diese die Wärmestrahlung zurück in den Raum.
Kurzanleitung
- Ausmessen der Nische
- Einkaufen der Dämmung
- Reinigen der Nische
- Plan erstellen
- Zuschneiden des Dämmmaterials
- Ankleben der Dämmung

Ausführliche Anleitung

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In 6 Schritten die Heizkörpernische dämmen
Schritt 1: Ausmessen der Nische
Zunächst werden die Flächen hinter den Heizkörpern ausgemessen, um Höchstdicke und Abmessung der Dämmung ermitteln zu können. Auch wenn die Dämmplatten sehr dünn sind, es sollte nach der Maßnahme genug Abstand zwischen Außenwand und Heizkörper verbeiben, bei Rippenheizkörpern mindestens einen Zentimeter, bei Plattenheizkörpern mindestens zwei Zentimeter. Dadurch kann die Luft gut zirkulieren und die Wärme in den Raum abgeben.
Idealerweise planen Sie die Größe der Dämmung etwas größer ein als die Fläche hinter dem Heizkörper, so dass sie an allen Seiten etwas übersteht. Bei einer Heizkörpernische sollte möglichst die gesamte Fläche gedämmt werden.
Schritt 2: Einkaufen der Dämmung
Für eine Heizkörpernische sollte die Dämmung möglichst flexibel sein, da sie gebogen werden muss, um sie hinter den Heizkörper schieben zu können. Steht der Heizkörper direkt vor der Wand und nicht in einer Nische und haben Sie dadurch um den Heizkörper herum genug Platz, um die Platte hinter den Körper schieben zu können, können Sie auch Dämmplatten nehmen, die etwas dicker und steifer sind.
Es eignen sich
- spezielle Heizkörper-Dämmplatten aus dem Dämmstoff Polystyrol, die mit oder ohne eine reflektierende Beschichtung angeboten werden,
- sogenannte Dämmtapeten aus Polystyrol, die es ebenfalls mit oder ohne eine reflektierende Beschichtung gibt, oder
- metallkaschierte Luftpolsterfolien, bei denen die eingeschlossene Luft als Wärmedämmung funktioniert.
Dämmplatten oder Dämmtapete sind in jedem Baumarkt, die Luftpolsterfolie eher im Online-Handel erhältlich. Besorgen Sie sich die Dämmung entsprechend Ihres Aufmaßes plus fünf bis zehn Prozent Verschnitt. Die Luftpolsterfolien werden auch als Rollenware mit vielen Metern angeboten. Vielleicht können Sie sich die Folie mit der Nachbarschaft teilen, wenn Sie nicht alles benötigen.
Manche der Dämmungen sind selbstklebend. Falls sie es nicht ist, benötigen Sie noch ein doppelseitiges Klebeband. Außerdem brauchen Sie einen Handbesen oder eine spezielle Heizkörperbürste, eine lange Schnur, ein Stück Draht, zwei Klammern (zum Beispiel Wäscheklammern oder ähnliches), einen Zollstock, einen Cutter und/oder eine Schere und Material zum Anzeichnen.
Schritt 3: Reinigen der Heizkörpernische
Säubern Sie den Heizkörper und die Fläche hinter dem Heizkörper mit einem Handbesen oder einer Heizkörperbürste. Die Fläche muss staubfrei sein, damit die Dämmung gut kleben kann.
Schritt 4: Plan erstellen
Sie haben bereits für den Einkauf die Fläche vermessen. Fertigen Sie daraus eine Skizze an. Dann messen Sie die Abstände der Heizkörperhalterungen untereinander und zu allen Heizkörperseiten und zeichnen diese ebenfalls in die Skizze ein. Vermerken Sie zudem den Durchmesser der Heizkörperbefestigung.
Schritt 5: Zuschneiden des Dämmmaterials
Bei beschichteter Dämmung beachten Sie vor dem Zuschnitt, dass die Seite mit der Beschichtung in Richtung Raum weisen muss.
Aufgrund der Heizkörperhalterungen kann die Fläche nicht mit einer einzigen Platte gedämmt werden, sondern es muss abschnittsweise gearbeitet werden. Schneiden Sie dafür die Dämmung mit einer Schere oder einem Cuttermesser in Streifen, den ersten vom obersten Rand der Nische bis zu den oberen Heizkörperhalterungen, den zweiten von den oberen Halterungen zu den unteren und den dritten von den unteren Heizkörperhalterungen bis zum unteren Rand der Nische, so wie es auf Ihrer Skizze eingezeichnet haben. Schneiden Sie dann Aussparungen für die Halterungen in die Dämmung. Nehmen Sie für das genaue Maß und die Lage der Aussparungen ebenfalls die Skizze zur Hilfe.
Schritt 6: Ankleben der Dämmung
Bekleben Sie die Ränder der Streifen mit doppelseitigem Klebeband, sofern das Dämmmaterial nicht selbstklebend ist. Die Klebebandstreifen müssen überall, auch in den Ecken, aneinanderstoßen, damit keine Luft hinter die Dämmung strömen kann. Deshalb sollten auch die Ausschnitte für die Halterungen mit Klebeband umfasst werden. Sind die Dämmstreifen sehr groß, können zusätzlich ein oder zwei Klebestreifen zwischendurch angebracht werden.
Den obersten Streifen können Sie von oben hinter den Heizkörper führen und festkleben. Ziehen Sie dafür vorher die Schutzfolie der Klebestreifen ab.
Anschließend wird es etwas frickelig. Nehmen Sie sich eine Schnur, schneiden Sie sie auf die Länge der Heizkörperbreite und befestigen sie mit einer Klammer an der Dämmung. Ist der Dämmstreifen sehr breit, können zwei Schnüre sinnvoll sein. Biegen Sie in den Draht eine Schlaufe, durch die Sie das andere Ende der Schnur fädeln und verknoten können. Dann entfernen Sie die Schutzfolie der Klebestreifen, bis auf die Ränder links und rechts. Mithilfe des steifen Drahts und den Schnüren können Sie nun die Schnur und die Dämmung hinter dem Heizkörper durchziehen. Das macht man am besten zu zweit, eine Person zieht vorsichtig, die andere Person hält die Dämmung in Position und sorgt dafür, dass sie nicht vorzeitig an der Wand festklebt. Ist die Dämmung dort, wo sie hinsoll, wird sie mit Hilfe des Handbesens fest an die Wand gedrückt. Achten Sie darauf, dass zwischen Dämmung und Außenwand keine Hohlräume verbleiben. Dann wird noch die Schutzfolie der seitlichen Klebestreifen entfernt und die Dämmung dort ebenfalls gut angedrückt.
Der letzte Streifen kann dann von unten hinter den Heizkörper geführt und verklebt werden.
Anschließend können Sie eine zweite Lage anbringen, um noch etwas mehr Heizenergie zu sparen. Diese sollten Sie senkrecht statt waagerecht anbringen, um die Fugen zu überkleben.
Tipps & Wichtige Hinweise
Für Mieter*innen: Wenn Sie in einer Mietswohnung wohnen, können Sie die Dämmung hinter den Heizkörpern anbringen, sofern sie, wie eine Tapete, beim Auszug wieder entfernt werden kann.
Für Eigentümer*innen: Mit größeren Lösungen können Sie oder Ihre Mieter*innen noch mehr Energie sparen. Wenn ein Fachunternehmen den Heizkörper vorher abmontiert, kann mit festeren Platten einige Zentimeter dick gedämmt werden, sofern es der Abstand zwischen Wand und Heizkörper erlaubt. Vielleicht kann das Fachunternehmen gleichzeitig kontrollieren, ob noch alle Ventile in Ordnung sind oder Sie lassen einen hydraulischen Abgleich durchführen. Dafür gibt es Fördermittel.
Um die Schwachstelle in der Außenwand zu beseitigen, können Sie auch Heizkörpernischen komplett schließen und die Heizkörper davorsetzen lassen. Oder Sie lassen die komplette Außenwand dämmen, wofür Sie ebenfalls Fördermittel bekommen können. Informieren Sie sich zu diesen Maßnahmen bei unserer kostenfeien und unabhängigen Energieberatung!

Eine Dämmung hinter dem Heizkörper anzubringen ist selbst für Menschen ohne Fachkenntnisse ein Kinderspiel und kann wunderbar als Familienprojekt an einem verregneten Wochenende ausgeführt werden.
Angela Trinkert, BEA-Energieberaterin
Weiterführende Link(s)
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