Hydraulischer Abgleich

Sie heizen dann ganz genau nach Ihren Bedürfnissen.

Wenn die Heizung nicht wie gewünscht reagiert und Räume nicht warm werden, dann ist ein hydraulischer Abgleich eine sinnvolle Maßnahme. Er dient der Optimierung der Heizungsanlage. Zuerst wird ermittelt, welcher Raum wie viel Wärme benötigt. Die Thermostate werden anschließend so eingestellt, dass jedem Heizkörper genau die richtige Menge Warmwasser zugeführt wird. Das Ergebnis ist ein effizient und kostengünstig arbeitendes Heizsystem. So können Sie 5 bis 15% Heizenergie einsparen. 

Kurzanleitung

  1. Fachkraft finden
  2. Haus-Check mit Datenaufnahme Hülle & Heizung
  3. Wärmebedarf und Voreinstellungswerte berechnen
  4. hydraulischen Abgleich durchführen
  5. Heizungspumpe einstellen oder tauschen
  6. Heizkurve optimieren
  7. Dokumentation & Experten-Tipps 

Vorbereitung: klären, ob Fördermittel infrage kommen? 

Wer geförderte Sanierungsmaßnahmen plant, benötigt nach Durchführung einen hydraulischen Abgleich mit Verfahren B. Dies muss entsprechend beauftragt werden. Informationen bietet Ihnen die Bonner Energie Agentur oder die Verbraucherzentrale. Wichtig: erst die Förderung beantragen, dann beauftragen. Der hydraulische Abgleich selbst wird auch gefördert – entweder über die geförderte Sanierungsmaßnahme oder über Förderprogramme zur Optimierung der Heizung.

Schritt 1: Fachkraft finden 

Die Heizlastberechnung und die Ermittlung des spezifischen Wärmebedarfs erfolgt durch SHK-Handwerksbetriebe oder Planungsbüros. Diese nehmen vor Ort die erforderlichen Daten auf und berechnen darauf basierend die benötigten Heizwassermenge. Alle weiteren Tätigkeiten, die für einen hydraulischen Abgleich notwendig sind, übernimmt dann ein SHK-Fachbetrieb. 

Schritt 2: Haus-Check mit Datenaufnahme Hülle + Heizung

Die Fachkraft sammelt alle Informationen, um für jeden Raum eine Heizlastberechnung vornehmen zu können. Neben der Raumgröße spielen dabei Faktoren wie die Dämmung der Außenwände oder des Daches eine wichtige Rolle. Manchmal genügt ein Blick in die Baupläne und die Baubeschreibung des Hauses. So spart sich der Heizungsfachmann das zeitaufwendige Ausmessen der Räume. Nun werden die Heizkörper-Größen gemessen und geprüft, ob voreinstellbare Thermostatventile installiert sind. Wenn nicht, müssen diese nachgerüstet werden. Außerdem werden die Heizungspumpe und das Rohrleitungssystem im Keller inspiziert. Diese Informationen sind wichtig, um die notwendige Heizwassermenge und die benötigte Leistung der Heizungspumpe für den hydraulischen Abgleich zu ermitteln. 

Schritt 3: Wärmebedarf & Voreinstellungswerte berechnen

Nun werden die Daten in ein spezielles Computerprogramm für den hydraulischen Abgleich eingegeben. Als Ergebnis erhält man den Wärmebedarf für jeden einzelnen Raum, und damit auch individuelle Voreinstellungswerte für die Thermostatventile an den Heizkörpern. Diese Werte bilden die Grundlage für den hydraulischen Abgleich und später auch für die saubere und effiziente Einstellung der Heizungsanlage.

Schritt 4: hydraulischen Abgleich durchführen

Mit einem speziellen Schlüssel wird an jedem Thermostatventil der errechnete Voreinstellungswert eingestellt. So wird der Zufluss von Wasser und damit die Wärme in den Heizkörpern reguliert und an den tatsächlichen Bedarf des Raumes angepasst. Dieser hydraulische Abgleich der Heizungsanlage sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Heizungswassers im ganzen Haus. Das senkt Heizkosten, da Räume, die nah am Heizkessel liegen, nicht mehr mit Wärme überversorgt werden. Zugleich erhöht sich der Wohnkomfort, da weiter entfernte Heizkörper gleichmäßig und schnell warm werden. 

Schritt 5: Heizungspumpe einstellen oder tauschen 

Heizungspumpen sind oft falsch eingestellt oder überdimensioniert. Deshalb sollte man auch die Pumpe unter die Lupe nehmen. Ein veraltetes Modell kann gegen eine Hocheffizienzpumpe ausgetauscht werden. Moderne Pumpen sind nur in Betrieb, wenn sie wirklich gebraucht werden. Das senkt die Stromkosten der Heizung deutlich. Ist ein Austausch nicht möglich, etwa weil die Pumpe fest eingebaut ist, kann der Monteur die Förderhöhe richtig einstellen und so den Stromverbrauch drosseln.

Schritt 6: Heizkurve optimieren

Der letzte Arbeitsschritt ist die genaue Justierung der Heizung. Dafür werden bestimmte Einstellungen am Heizkessel geändert. Aufgrund der errechneten Werte wird die so genannte Heizkurve optimiert – und damit das Verhältnis von Vorlauftemperatur und Außentemperatur. Meist kann die Vorlauftemperatur dabei gegenüber der bisherigen Einstellung reduziert werden. Zusätzlich wird das Schaltprogramm der Heizung präzisiert. Beides steigert die Effizienz der Anlage.

Schritt 7: Dokumentation & Experten-Tipps zum Abschluss

Zum Abschluss überreicht die Fachkraft eine Mappe, in der die Berechnungen inklusive der Voreinstellungswerte für die Thermostatventile dokumentiert sind. Diese Dokumentation des hydraulischen Abgleichs spart Zeit und Arbeit, falls beispielsweise durch spätere Modernisierungen oder Umbauten eine erneute Justierung der Heizungsanlage nötig sein sollte. Das ausgefüllte Formular über den Nachweis des hydraulischen Abgleichs brauchen Sie für die Abwicklung des Förderantrags.

Tipps & Wichtige Hinweise

Mieter*innen können ihre Hausverwaltung oder die Eigentümer*innen fragen, ob ein hydraulischer Abgleich erstellt wurde. 

Der Staat fördert den hydraulischen Abgleich bei bestehenden Heizsystemen mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Wichtig: Die Registrierung für den Förderantrag muss vor dem Vertragsschluss zur Durchführung der Maßnahmen geschehen. 

Mit dem hydraulischen Abgleich können Sie 5 bis 15 Prozent Heizenergie einsparen. 

Günter Urban, Energieberater

Weitere Informationen

Ein hydraulischer Abgleich dient der Optimierung von Heizungsanlagen. Nach dem Abgleich fließt nur noch die tatsächlich benötigte Menge Warmwasser in jeden Heizkörper. Der Energieverbrauch sinkt um bis zu 15 Prozent. Ohne Abgleich gelangt oft zu viel warmes Wasser in nah am Heizkessel gelegene Heizkörper. Weiter entfernte Heizkörper bleiben dagegen unterversorgt. Werden einzelne Komponenten der Heizanlage ausgetauscht oder ändert sich der Energiebedarf des Hauses, zum Beispiel wenn bauliche Modernisierungen am Gebäude vorgenommen wurden, sollte die Anlage durch einen hydraulischen Abgleich optimal eingestellt werden. Achten Sie deshalb darauf, den Abgleich möglichst erst nach einer Baumaßnahme vornehmen zu lassen. 

Hinweis bei geplantem Heizungstausch: Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich sind sehr gute Maßnahmen, um die Heizung und die Vorlauftemperaturen zu optimieren. So kann man im nächsten Schritt die Eignung für eine Wärmepumpe ermitteln.  

Wir raten davon ab, einen hydraulischen Abgleich selbst durchzuführen. Um den Wärmebedarf eines Gebäudes zu ermitteln, braucht es Fachkenntnisse und spezielle Software. Vermeiden Sie Schätzwerte aus kostenfreien Programmen. Mit einer Investition in professionelle Arbeit können Sie das Energiesparpotenzial voll ausreizen. 

Beim Verfahren A wird der Wärmebedarf (angegeben in Watt je Quadratmeter (W/m2) per Datenschieber oder über die Heizkörpergröße ermittelt. Das ist relativ günstig, aber auch ungenau: Zweistellige Fehler sind keine Seltenheit.

Das Verfahren B nutzt Computerprogramme, um den Wärmebedarf möglichst genau zu errechnen. Das schlägt sich entsprechend im Preis nieder. Es ist erforderlich, wenn Fördermittel beantragt werden

Der Staat fördert den hydraulischen Abgleich bei bestehenden Heizsystemen mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Wichtig: Die Registrierung für den Förderantrag muss vor dem Vertragsschluss zur Durchführung der Maßnahmen geschehen. 

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