Check deinen Energieverbrauch
Einfach Einsparpotenziale nutzen.
Den eigenen Verbrauch kennenlernen und verstehen: das ergibt Sinn und ist wirklich aufschlussreich. Und vernünftig Heizen lohnt sich. Mit ein wenig Aufmerksamkeit können Sie viel Energie sparen. Dazu gehören individuell eingestellte Raumtemperaturen und das richtige Lüften. Ein durchschnittlicher Haushalt in einem Altbau kann so jährlich bis zu 200 Euro einsparen.
Ausführliche Anleitung

In 4 Schritten den richtigen Energieverbrauch kennenlernen
Energieverbrauch kennenlernen
Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts entfallen auf die Heizung. Dabei sind 4 Einflussfaktoren maßgeblich:
- Größe und Lage des Gebäudes (groß oder klein – frei stehend oder in Reihe).
- Der Gebäudeenergieeffizienzstandard, der ein Maß für die Wärmeverluste und den energetischen Zustand des Gebäudes ist.
- Die Effizienz der Heizungsanlage. Je mehr die im Energieträger enthaltene Energie in nutzbare Wärme umgewandelt wird, desto effizienter arbeitet die Anlage.
- Ihr persönliches Verhalten beim Heizen, Lüften und Warmwasserverbrauch.
Schritt 1: Heizenergieverbrauchskennwert ermitteln
Um sich einen Überblick zu verschaffen und Heizwärme effizienter zu verwenden, ermitteln Sie Ihren Heizenergieverbrauchskennwert.
Schritt 2: Jahresenergieverbrauch ermitteln
Entnehmen Sie Ihrer Heizkostenabrechnung den Heizenergieverbrauch (kWh bezogen auf 12 Monate).
Schritt 3: Wert pro qm
Teilen Sie diesen Wert durch Ihre Wohnfläche (Angabe in Quadratmetern (m²)).
- Sollten Sie noch über eine Ölheizung verfügen, multiplizieren Sie die Literangabe mit dem Faktor zehn. So erhalten Sie die entsprechende Kilowattstundenzahl.
- Wenn Sie einen elektrischen Durchlauferhitzer oder Warmwasserboiler nutzen, schlagen Sie auf den von Ihnen berechneten Heizenergieverbrauchskennwert pauschal 24 kWh/(m²a) auf.
- Falls Sie über eine digital angebundene Messeinrichtung beziehungsweise ein Smart-Home-System verfügen, können Sie teilweise direkt am Gerät oder im Onlineportal die jeweiligen Heizenergieverbrauchswerte ablesen.
Schritt 4: Verbrauch einordnen
Im nächsten Schritt gilt es herauszufinden, ob Ihr Heizenergieverbrauchskennwert zu hoch ist oder ob Sie schon energieeffizient unterwegs sind. Hierzu können Sie auf verschiedene Quellen zurückgreifen – beispielsweise auf den Heizspiegel, auf die Verbrauchswerte benachbarter Wohnungen (sofern Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen) oder auf die nachfolgende Tabelle:
Heizenergieverbrauchskennwert kWh/m² und Jahr mit Warmwasserbereitung
bis 70 kWh/(m²a) niedrig
bis 120 kWh/(m²a) mittel
bis 200 kWh/(m²a) erhöht
über 200 kWh/(m²a) zu hoch
(für Wärmepumpen ist eine individuelle Bewertung erforderlich)
Tipps & Wichtige Hinweise
Wenn Sie hierzu Fragen haben: lassen Sie sich beraten!
Die Heizkostenspanne für eine durchschnittliche 70 Quadratmeter große Wohnung mit zentraler Gasheizung lag bundesweit 2023 zwischen 835 und 1.930 Euro. Wie Ihr Haus abschneidet, können Sie mit dem Heizspiegel herausfinden.
Große Wohnfläche verkleinern: Je kleiner die Wohnfläche, desto geringer sind auch Energieverbrauch, CO2 Ausstoß und Kosten. Manchmal wird der Flächenverbrauch pro Kopf größer, zum Beispiel wenn die Kinder aus dem Haus ausgezogen sind. Vielleicht kommt es Ihnen entgegen, auf kleinerer Fläche zu wohnen oder Ihren Wohnraum zu teilen? Wer Wohnfläche vermietet, verdient sogar dazu.

Die Heizung im Keller – das unbekannte Wesen... Vielen ist gar nicht bewusst, dass 70 Prozent des Energieverbrauchs auf die Heizung entfallen.
Martin Witt, Energieberater
Weitere Informationen
Räume richtig lüften
Es kostet nichts und ist doch unbezahlbar: Lüften sorgt für gute Raumluft, spart Energie, schützt die Gesundheit und die Bausubstanz vor Schäden durch Feuchtigkeit.
Lüften Sie Ihre Räume mit weit geöffneten Fenstern (Stoß- oder Querlüften). Die warme und feuchte Raumluft wird rasch gegen kühlere und trockenere Außenluft ausgetauscht. Die in Wänden und Decke gespeicherte Wärme bleibt jedoch im Raum. Die Thermostatventile sollten Sie kurz vor dem Lüften auf Null stellen, so dass die Restwärme der Heizkörper noch genutzt wird.
Kippstellung vermeiden: Sobald es draußen kalt ist, sollten Sie auf eine Kippstellung der Fenster verzichten. Rund um das gekippte Fenster kühlt das Mauerwerk aus und das Risiko der Schimmelpilzbildung steigt. Sind die darunter liegenden Heizkörper auch noch aufgedreht, heizen Sie direkt zum Fenster raus. Auch in der Toilette ist im Winter das gekippte Fenster tabu.
Rechtzeitig Lüften: Beim Kochen, Baden und Wäschetrocknen entsteht eine hohe Feuchtigkeit. Darum sollten Sie diese Räume direkt lüften. Gleichzeitig erhöht sich die Feuchtigkeitskonzentration kontinuierlich durch Atmung, Pflanzen oder Aquarien. Lüften Sie deshalb mehrmals täglich.
Lüften mit Hygrometer: Ein Hygrometer ist eine sinnvolle Investition. Dieser misst die Luftfeuchtigkeit im Raum und zeigt, wann es Zeit ist zu lüften. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in der Heizperiode nicht über 60 bis 65 Prozent liegen.
Raumtemperatur - richtig heizen
Individuell eingestellte Raumtemperaturen: Bei den Heizkosten zählt jedes Grad. Eine Absenkung um ein Grad Celsius spart rund sechs Prozent Heizenergie. Generell gilt: Sie sollten die Raumtemperatur immer der Nutzung anpassen. Übliche Temperaturen für bewohnte Räume und Kinderzimmer sind 20 Grad, im Bad können es auch 22 Grad sein. Für Schlafzimmer und Nebenräume reichen 16 Grad aus. Nachts können Sie die Temperatur in allen Räumen auf 16 Grad absenken. Kälter sollte es nicht werden, um eine Kondensation von Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen und damit Schimmelpilzbildung zu vermeiden. Während des Urlaubs darf die Temperatur auf zehn bis zwölf Grad sinken. Richtige Möblierung: Einen Wärmestau an den Heizkörpern sollten Sie unbedingt vermeiden. Möbel und Verkleidungen vor dem Heizkörper verhindern, dass sich die Wärme im Raum ausbreitet. Verdecken Vorhänge die Heizkörper, wird ein Großteil der Wärme sogar direkt wieder über die Fenster nach außen geleitet. Möbel sollten auch nicht vor ungedämmten Außenwänden stehen. Gelangt zu wenig Wärme an diese Wände, sinkt die Oberflächentemperatur und das Risiko der Schimmelpilzbildung steigt.
Weiterführende Link(s)
HeizCheck: Heizkosten vergleichen und sparen
Richtig heizen
Heizspiegel
Richtig lüften
Tipps für Heizung, Warmwasser und Strom
Beratung VZ
Wohnfläche verkleinern
Beratung Bonner Energie Agentur
Richtig heizen & lüften
(PDF/Download)









